Spirometrie: 92 Prozent der über 40-Jährigen auffällig
Initiative der österreichischen Lungenfachärzte zeigte ein erschreckendes Bild.
Eine traurige Bilanz: Österreichs Lungenfachärzte luden rund um den ERS-Kongress in Wien zum Gratis-Fitnesstest in 27 Städten und Gemeinden. Insgesamt nutzten 6.736 Menschen die Chance eines kostenlosen Spirometrie-Tests. Jetzt liegen die Ergebnisse vor.
„Ziel der Aktion“, erläuterte im Rahmen der Ergebnis-Präsentation der für die Kampagne verantwortliche Past Präsident der ÖGP, Prim. Univ.-Prof. Dr. Otto C. Burghuber, Vorstand der 1. Internen Lungenabteilung am Otto Wagner Spital in Wien, „war, die Bevölkerung für erste Symptome einer Lungenerkrankung, insbesondere COPD, zu sensibilisieren und ihr gleichzeitig die Möglichkeit zu bieten, die Gesundheit ihrer Lunge kostenlos überprüfen zu lassen.“
Bei den Events wollten insgesamt 6.736 Menschen, in etwa gleich viele Frauen und Männer, Bescheid über den Gesundheitszustand ihrer Lunge wissen (49,2% Frauen und 50,8% Männer), wobei sich in den einzelnen Altersgruppen Frauen und Männer gleichermaßen gesundheitsbewusst zeigten.
Mehr als die Hälfte der Getesteten waren Raucher (26,3%) oder Ex-Raucher (25,4%), 48,3% deklarierten sich als echte Nichtraucher. Die teilnehmenden Männer waren in den Risikogruppen Raucher/Ex-Raucher mit 59,8% deutlich stärker vertreten als das weibliche Geschlecht (43,3%).
Bei den 10- bis 19-jährigen Kindern/Jugendlichen waren 54% der Burschen und 39,3% der Mädchen Raucher. Nur 40% der Burschen und 58% der Mädchen deklarierten sich als Nichtraucher.
COPD bei 17,8 Prozent der Probanden
Bei 17,8% der 6.736 Getesteten ergaben die Spirometrie-Tests einen auffälligen Befund im Sinne einer Obstruktion. Aufgeschlüsselt nach Geschlecht wurde eine Obstruktion bei 16,2% der Frauen und 19,3% der Männer gefunden.
Ohne Berücksichtigung der anamnestisch erfassten Asthmatiker und der Getesteten, die jünger als 40 Jahre waren (COPD ist eine Erkrankung der über 40-jährigen) „ergab der Spirometrie-Test“ berichtete OA Dr. Sylvia Hartl, ÖGP Vizepräsidentin und Generalsekretärin der ERS, „bei 21,1% eine bronchiale Obstruktion, wobei davon ausgegangen werden kann, dass bei diesen Betroffenen die Obstruktion auf einer COPD basiert.“
Von den 21,1% der über 40-Jährigen, bei denen der Spirometrie-Test eine bronchiale Obstruktion ergab, zeigten mehr als die Hälfte (55%) eine leichte und 37% eine moderate COPD (Schweregrad 2). „Dies sind jene COPD-Stadien“ erläuterte Hartl, „die oftmals nicht erkannt werden und daher auch nicht diagnostiziert und ärztlich betreut sind.“
Und, so die Expertin: „Das bedeutet, dass in unserer Spirometrie-Aktion 92 Prozent der über 40-jährigen mit bronchialer Obstruktion eine nicht erkannte COPD aufwiesen und davon 37% eine ärztliche Betreuung und Therapie brauchen.“