Gute Behandlungserfolge bei sonst kaum beherrschbaren Schmerzzuständen.
Wenn Schmerzmittel nicht mehr helfen. Bei der schweren Trigeminusneuralgie ist der derzeitige Goldstandard in der invasiven Behandlung die Mikrovaskuläre Dekompression (MVD). Bei diesem Eingriff wird der Schädel geöffnet und der Nerv freigelegt und unter dem Operationsmikroskop von Mikrogefäßen befreit.
„Obwohl die MVD fast keine Sterberate aufweist, haben viele Patienten Angst, sich einem so schweren Eingriff zu unterziehen“, erklärte Ass.-Prof. Dr. Heber Ferraz-Leite von der Universitätsklinik für Neurochirurgie am Wiener AKH aus Anlass der Schmerzwochen der Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG).
Für diese Patienten bieten sich minimal invasive Methoden an, die nur eine kurze oder gar keine Narkose benötigen und die entweder gar keinen oder nur einen kurzen Spitalsaufenthalt erfordern.
Eine der Methoden, die eingesetzt werden ist das Gamma-Knife. Hierbei wird eine präzise Strahlendosis in einer einmaligen kurzen Sitzung an die Trigeminuswurzel gesetzt. Der Vorteil der Methode ist, dass die Bestrahlung nur rund 20 Minuten dauert und dass der Patient am gleichen Tag nach Hause entlassen werden kann.
Eine weitere Möglichkeit ist die Ballonkompression des Ganglium gasseri. Dabei wird unter Kurznarkose ein Ballonkatheter in den Schädel eingeschoben. Dieser komprimiert einen Teil des Trigeminus (das Ganglium gasseri) und wird nach zwei Minuten entfernt. Die Patienten können meist am Tag nach dem Eingriff nach Hause gehen. Dr. Ferraz-Leite: „Von mehr als 300 Patienten, die wir mit diesem Eingriff behandelt haben, waren 93 Prozent unmittelbar nach dem Eingriff schmerzfrei.“
Weitere minimal invasive Methoden sind unter anderem die Radiofrequenz-Thermokoagulation, die Pulsierende Radiofrequenz Therapie und die Retroganglionäre Glycerol Rhizomie.
Dr. Ferraz-Leite: „Man sieht, dass sich Menschen, die ohnehin schon starke Schmerzen durch ihre Trigeminusneuralgie erleiden, nicht auch noch einer offenen Schädeloperation unterziehen müssen um Schmerzfreiheit zu erlangen. Mit minimal invasiven Methoden erzielen wir ebenfalls akzeptable Ergebnisse ohne diese Belastung.“