Lebermetastasen sind eine häufige Folge von fortgeschrittenen Tumoren im Brust- sowie im Dick- und Mastdarmbereich. Genauere Diagnoseverfahren, verfeinerte Operationstechniken und neue medikamentöse Therapien haben die Heilungschancen bei in die Leber abgesiedelten Krebszellen bereits deutlich verbessert.
„Allein die chirurgische Entfernung von Lebermetastasen, die in Folge eines Dickdarmtumors auftreten, ermöglicht mittlerweile bis zu 60% der Betroffenen eine 5-Jahres-Überlebensrate“, berichtete der Wiener Chirurg, Univ.-Prof. Dr. Thomas Grünberger. Der Spezialist referierte anlässlich des Österreichischen Chirurgen- und Gastroenterologenkongresses über erfolgreiche Therapien und verbesserte Heilungschancen durch interdisziplinäre Zusammenarbeit.
Künftig, da sind sich Experten einig, sollen Patienten noch mehr vom abgestimmten Zusammenwirken aller Spezialisten profitieren. „Dieser interdisziplinäre Zugang zur Behandlungsstrategie ist so essentiell für den Heilungserfolg, dass in Österreich die Diskussion onkologischer Patienten in so genannten ‚Tumorboards‘ auch gesetzlich vorgeschrieben ist“, unterstrich Univ.-Prof. Dr. Albert Tuchmann, der Präsident des Kongresses.
Die fachübergreifende Evaluierung aller möglichen Therapiekombinationen ist für ihn speziell bei Risikopatienten eine echte Überlebensfrage. Beteiligte an solchen Tumorboards sind Radiologen, Chirurgen, Onkologen, Pathologen und Strahlentherapeuten.
„Gerade bei Risikopatienten haben eine Reihe sehr effektiver Chemotherapie-Kombinationen sowie verfeinerte Operationstechniken in jüngster Zeit die Heilungschancen bei Lebermetastasen signifikant verbessern können“, zog Grünberger positive Bilanz. So ist es ihm und seinen Kollegen an der Wiener Universitätsklinik für Chirurgie immerhin gelungen, die Sterberate nach operativer Entfernung von Lebermetastasen auf unter 2% zu reduzieren. Nur noch zehn Prozent der Operierten benötigen infolge des Eingriffs Blutkonserven.