Zum ersten Mal positive Ergebnisse in einer Phase-III-Untersuchung.
Aufsehen unter Urologen und Experten, die seit jahren versuchen, therapeutische Krebsimpfstoffe zu entwickeln: Die US-Firma Dendreon hat jetzt eine solche Vakzine gegen das Prostatakarzinom mit einem positiven Effekt getestet.
Das Prinzip liegt darin, dass Patienten Monozyten aus dem Blut entnommen werden. Sie entwickeln sich im Labor zu dendritischen Zellen und werden dann mit Antigenen des Tumors "gefüttert". Der Patient bekommt sie zurück injiziert. Die Präsentation der Tumorantigene durch die dendritischen Zellen soll zu einer starken Immunantwort führen. Vor allem zytotoxische T-Lymphozyten sollen so gegen den Tumor aggressiv gemacht werden.
Nun liegen die Ergebnisse einer echten Wirksamkeitsstudie vor. Dabei wurden Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom (metastasiert) aufgenommen, das nicht mehr auf eine antihormonelle Therapie ansprach. Die Patienten wurden im Verhältnis zwei zu eins in zwei Gruppen aufgeteilt. Zwei Drittel erhielten den echten Impfstoff, der Rest ein Placebo. Das Durchschnittsalter lag zwischen 70 uns 72 Jahren.
In der Verum-Gruppe erhielten die Patienten bis zu einem Fortschreiten der Erkrankung regelmäßig die Krebsvakzine, die übrigen ein Placebo.
In der Gruppe, welche die echte Vakzine bekamen, betrug die mediane Überlebenszeit 25,8 Monate, in der Vergleichsgruppe 21,7 Monate. Das entsprach einem Zuwachs um 4,1 Monate. Nach drei Jahren lebten noch 31,7 Prozent der Probanden aus der Verum-Gruppe, aber nur 23 Prozent aus der Placebo-Gruppe (plus 38 Prozent). Derartige Ergebnisse hat es bisher noch nie gegeben.