Neueste Erkenntnisse über den Einfluss des Fettstoffwechsels auf die Netzhaut und innovative Therapien bei Diabetes- bedingten Netzhauterkrankungen wurde vor kurzem von Experten der Wiener Universitäts-Augenklinik in den USA beim amerikanischen Kongress für Augenheilkunde (AVRO) präsentiert. Es könnte eine Möglichkeit zur Behandlung der diabetischen Retinopathie geben.
Experten der Diabetic Retinopathy Research Group Vienna (DRRG Vienna) der Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie (AKH Wien/MUW) sind jetzt innovativen Therapien auf der Spur: Ein Ansatz sind die monoklonalen Antikörper, die mit einer Spritze direkt in das Auge injiziert werden und für die Behandlung der feuchten altersbedingten Makuladegeneration (AMD) bereits erfolgreich eingesetzt werden.
„Sie zeigen in internationalen Studien (…) auch ihr Potenzial für diabetische Netzhautprobleme. Auch bei Vorliegen einer Schwellung der Netzhaut im Rahmen der Zuckerkrankheit konnte nach Injektion dieser Medikamente bei Diabetikern eine deutliche Befundverbesserung, sowie eine entsprechende Verbesserung des Sehvermögens verzeichnet werden“, so Klinikchefin Univ.-Prof. Dr. Ursula Schmidt-Erfurth.
Die Expertin: „Wir erproben in diesem Zusammenhang aber auch verschiedene ganz neue Substanzen wie Lipidsenker mit großem Potenzial für diese Volkskrankheit.“
Bessere Perspektiven haben Diabetiker jetzt auch, wenn sie am verbreiteten Grauen Star operiert werden müssen. Sie gelten als Risikogruppe für Komplikationen, insbesondere schwere Ödeme der Netzhaut. „Solche Komplikationen können wir an der Augenklinik jetzt mit speziellen neuen Augentropfen vermeiden, mit denen die Netzhaut unmittelbar nach der Kataraktoperation geschützt wird“, sagte Schmidt-Erfurth.
Durch die neuen Therapiealternativen bei der diabetischen Retinopathie ist allerdings die Lasertherapie der Netzhaut keineswegs veraltet, wie gelegentlich angenommen. „Wir setzen völlig neue Formen der Lasertherapie, den PASCAL-Laser, ein, die sehr niedrig dosiert und daher maximal schonend ist. So gibt es nur sehr geringe Verbrennungen und großen Nutzen.“
Voraussetzung für die neuen Lasertherapien, und für viele andere therapeutische Fortschritte an der Augenklinik sind die modernen bildgebenden Verfahren, die hier angewendet werden. Hier gehört die optische Kohärenztomographie zu den zukunftsweisenden Verfahren. Sie ermöglicht direkte Einblicke in die Netzhaut bzw. in vorhandenen Veränderungen.