14,5 Prozent bei 75- bis 80-Jährigen in Schweden betroffen.
Ein Problem, das wahrscheinlich noch immer unterbewertet wird: Betagte Menschen geraten mit zunehmendem Alter in immer größere Gefahr einer Mangelernährung. Eine schwedische Studie hat hier bedenkliche Zahlen ergeben.
Wissenschafter der Universität Linköping in Schweden haben über sechs Jahre hinweg die Ernährungsdaten von 579 Personen im Alter von 75 bis 80 Jahren untersucht. Das Gesamtergebnis: 14,5 Prozent waren mangelernährt.
Laut der Untersuchung lautete der Anteil der Menschen mit erheblichen Defiziten in der Ernährung auf zehn Prozent nach einem Jahr, nach zwei Jahren waren es bereits 16 Prozent.
In dem Kollektiv, das in etwa je zur Hälfte aus Männern bzw. Frauen bestand, zeigten Frauen ein höheres Risiko: Bei der ersten Untersuchung lag der Anteil der Mangelernährten gar bei 19 Prozent, hingegen nur bei 10,5 Prozent unter den Männern. Bei der ersten Wiederholung der Befragung zeigte sich ein Anteil bei den Frauen von elf Prozent und bei den Männern von neun Prozent. Die dritte Befragung erbrachte Anteile von 17 bzw. 15,5 Prozent.
Drei Viertel der Frauen, die mangelernährt waren, bezeichneten sich als krank, hingegen nur 44 Prozent der Frauen ohne große Ernährungsdefizite. Bei den Männern betrugen diese Prozentsätze 63 bzw. 38 Prozent.
Unter den mangelernährten Frauen waren mit 63,5 Prozent besonders viele allein lebende Personen. Bei den Männern machte der Familienstatus weniger viel aus. Ein eigener Risikofaktor sind offenbar Depressionen.
Yvonne Johansson von dem Institut in Linköping: „Es zeigt sich ganz klar, dass Menschen, die sich krank fühlen und Depressionen haben, besonders anfällig für einen schlechten Ernährungsstatus sind. Darüber hinaus erhöht sich dieser Anteil auch noch mit zunehmendem Alter. Unsere Bevölkerung wird immer Älter. Deshalb sollten alle im Gesundheitswesen Tätigen, die mit betagten Menschen zu tun haben, auch diesem Aspekt Aufmerksamkeit widmen – genauso wie den rein medizinischen Problemen.“