Zunehmende Sorge unter den Gesundheitsexperten und Tropenmedizinern: Vor allem in der Grenzregion zwischen Thailand und Kambodscha breiten sich derzeit Malaria-Erreger aus, die auch auf die modernste Substanz – Artemisin – nicht mehr ansprechen.
„In den vergangenen zehn Jahren wurden große Fortschritte gemacht, um die Gefahr durch die Malaria zu reduzieren. Sie stellt eine bedeutende Todesursache dar. In mehreren Städten haben starke Kontrollprogramme dazu geführt, dass die Infektionsraten geringer geworden sind. Der Wechsel von unwirksam werdenden Substanzen zu Artemisin-hältigen Behandlungskonzepten mit Kombinationstherapien war ein Durchbruch. Damit kann man 90 Prozent der Fälle ausheilen. Aber diese neuen Resistenzen, die jetzt an der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha auftauchen“, könnte diese Erfolge wieder gefährden, schrieb vor wenigen Tagen die Weltgesundheitsorganisation WHO.
Noch ist nicht ganz klar, was die Ursache für das Auftauchen der Resistenzen ist. Wahrscheinlich dürfte in der Region in der jüngeren Vergangenheit aus Kostengründen oft Artemisin allein zur Behandlung eingesetzt worden sein. Das könnte zu einem entsprechenden Selektionsdruck geführt haben.
Die Situation ist ernst. „Wenn wir diese resistente Malaria in der Region nicht stoppen, könnte sie sich schnell auf angrenzende Staaten ausbreiten und unsere Bemühungen zur Kontrolle dieser tödlichen Erkrankung bedrohen“, sagte Hiroki Nakatani, Stellvertretender WHO-Generaldirektor.
Die Bill & Melinda Gates-Stiftung stellt dafür jetzt 22,5 Mio. US-Dollar bereit. Zunächst sollen Maßnahmen zur Entdeckung aller Erkrankungen in der Region gesetzt werden. Gleichzeitig will man die Bekämpfung der Moskitos verstärken. An die Bevölkerung sollen mit Repellents imprägnierte Netze verteilt werden. Man will auch – wenn behandelt wird – Kombitherapien breitflächig einsetzen. Ein solches Vorgehen ist wichtig, wenn man Artemisin nicht als sehr gutes Therapeutikum mittelfristig verlieren möchte.