„Step-up“ oder „Step-down“ – letzteres ist kostengünstiger.
Dyspepsie-Patienten sind ausgesprochen zahlreich, der Aufwand für ihre Behandlung ist hoch. Niederländische Wissenschafter haben jetzt versucht herauszufinden, ob eine „Step-up“-Strategie oder das Gegenteil nach sechs Monaten zu einem besseren Ergebnis führt.
Antazida, H2-Rezeptor-Antagonisten und natürlich die weit verbreiteten Protonenpumpen-Hemmer sind die wichtigsten Bestandteile der Therapie. In den vergangenen Jahren wurde der „Magenschutz“ zunehmend auf die PPIs umgestellt. Die Krankenkassen sehen das weiterhin mit sprichwörtlichen Argusaugen.
Corinne van Marrewijk von der Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie der Universität Nijmegen in den Niederlanden und ihre Co-Autoren haben beide Strategien untersucht.
664 Patienten mit neu diagnostizierter Dyspepsie wurden randomisiert in zwei Gruppen eingeteilt. Bei 341 Probanden wurde mit Antazida begonnen. Wirkte das nicht ausreichend gab es H2-Rezeptor-Blocker und bei einem Fehlschlagen erst dann PPIs.
Bei den 323 übrigen Probanden wurde die Verwendung der Arzneimittel umgekehrt. Von Stufe zu Stufe mussten jeweils vier Wochen abgewartet werden. Gemessen wurden die Symptomlinderung – und natürlich auch die Kosten, die sich aus der Therapie ergaben.
Analysiert werden konnten die Daten von 323 aus der „Step-up“ Gruppe und von 313 aus der Vergleichsgruppe. Die Sechs-Monats-Daten laut der Forschergruppe im „Lancet“ (17. Jänner): Bei 72 Prozent der Patienten in der ersten Gruppe kam es zur Beherrschung der Symptome, ebenso bei 71 Prozent bei jenen Probanden, die zunächst sofort auf einen PPI eingestellt wurden. „Step-up“ war mit Therapiekosten von 228 Euro im Vergleich zur zweiten Gruppe mit 245 Euro günstiger. An Nebenwirkungen der Therapie litten 28 bis 29 Prozent der Probanden.
Die Autoren präferieren aus Kostengründen ein „Step-up“. Die Frage ist aber auch, ob die Patienten bis zu zwei Monate warten wollen, bis eine Therapie greift …