Aromatasehemmer senkt Mortalität bei Brustkrebspatientinnen
Neue Auswertung von österreichischer Studie.
Jetzt ist es belegt: Zwei Jahre Tamoxifen-Therapie, gefolgt von drei Jahren mit einem Aromatasehemmer (Anastrozol), senken das Mortalitätsrisiko bei Frauen mit hormonabhängigen Mammakarzinomen nach der Menopause um fast ein Viertel. Das hat eine Langzeit-Auswertung der österreichischen ABCSG 8-Studie ergeben.
In der Untersuchung waren Patientinnen im Frühstadium einer Brustkrebserkrankung in zwei Armen randomisiert worden: 1.849 erhielten fünf Jahre Tamoxifen. 1.865 Probandinnen bekamen zunächst zwei Jahre das Antiöstrogen und dann drei Jahre den Aromatasehemmer.
Vor wenigen Wochen stellte der ehemalige ABCSG-Präsident Univ.-Prof. Dr. Raimund Jakesz (Universitätsklinik für Chirurgie/Wien) beim Brustkrebssymposium in San Antonio die Beobachtungsdaten für 72 Monate vor.
Das Hauptergebnis: Im Beobachtungszeitraum starben 11,4 Prozent der Frauen in der Tamoxifen-Gruppe, jedoch 8,4 Prozent in der Gruppe derjenigen, welche die Sequenz-Therapie bekommen hatten. Das bedeutete eine statistisch signifikante Senkung des Mortalitätsrisikos um 23 Prozent.
Bei den Studienteilnehmerinnen handelte es sich durchwegs um Frauen mit gut bis mäßig differenzierten Tumoren. Drei Viertel hatten keinen Lymphknotenbefall. 82 Prozent waren brusterhaltend operiert worden. Es handelte sich somit um Patientinnen mit einem geringen Risiko.
Auch beim rückfallfreien Überleben wurde ein signifikanter Unterschied von 21 Prozent registriert. Der Vorteil der Sequenztherapie dürfte sich besonders bei den Frauen mit hochpositivem Östrogen-/Gestagenrezeptor-Befund einstellen. Hier war die österreichische Studie wahrscheinlich zukunftsweisend für diese Patientinnengruppe.