Große Studie bei US-Kardiologenkongress präsentiert.
Es scheint, als liegt die Zukunft der oralen Antikoagulation am ehesten in Arzneimitteln der neuesten Generation (Dabigatran, Rivaroxaban etc.) als in der Verbesserung der Überwachung des Status der Blutgerinnungshemmung.
Beim Jahreskongress der American Heart Association (AHA) in New Orleans wurde vor kurzem eine umfangreiche kinische Studie mit INR-Selbstkontrolle durch die Patienten vorgestellt. Je besser Kranke mit Vorhofflimmern oder künstlichen Herzklappen eingestellt sind, desto geringer sind ja die Nebenwirkungen wie Blutungen etc.
In der randomisierten Studie wurden 2.922 unter herkömmlicher oraler Gerinnungshemmung untersucht. Die Beobachtungsdauer betrug drei Jahre. Eine Hälfte der Kranken ging einmal monatlich zum Arzt bzw. ins Labor, um sich testen zu lassen. Die andere Hälfte maß wöchentlich zu Hause selbst den INR-Wert.
Die Ergebnisse deuteten auf keinen statistisch signifikanten Unterschied hin. Unter den Kranken mit Selbstkontrolle kam es bei 7,9 Prozent zu Komplikationen (Tod, Schlaganfall, schwere Blutungen). In der Vergleichsgruppe mit Laborkontrolle war das bei 8,9 Prozent der Fall. Insgesamt waren die Kranken, welche sich den Wert selbst maßen, aber vergleichsweise länger im gewünschten Zielbereich, was die Antikoagulation betraf.
Allerdings, es könnte durchaus sein, dass sich in absehbarer Zeit ein völliger Umsturz auf diesem Gebiet abspielt. Mit den Substanzen Dabigatran und Rivaroxaban stehen neue orale Antikoagulantien zur Verfügung. Bei ihnen reicht eine Dosis für alle Patienten aus. Eine Gerinnungskontrolle entfällt. Beide Arzneimittel sind aber derzeit erst für vergleichsweise enge Indikationen (postoperativ) zugelassen.