Hormonersatz – Kommt es auf die Anwendungsform an?
Neue dänische Studie.
Über die Vor- und Nachteile einer Hormonsubstitution wird in der Expertenwelt weiterhin diskutiert. Riesige Studien haben vor einigen Jahren mit der Hoffnung aufgeräumt, der Hormonersatz nach der Menopause wäre risikolos zu erreichen. Stattdessen zeigte sich – je nach Wirksubstanzen bzw. Kombinationen – erhöhte Raten an Brust- und Endometriumkarzinomen sowie von Herz-Kreislauf-Attacken.
Für Aufsehen hat Anfang Oktober dieses Jahres eine dänische Beobachtungsstudie gesorgt, in der die Daten von 698.098 Frauen im Alter zwischen 51 und 69 Jahren (Beobachtungszeitraum zwischen 1995 und 2001) analysiert wurden. Die Ergebnisse
- Jüngere Frauen (51 bis 54 Jahre), die eine HRT einnahmen, hatten ein um 24 Prozent erhöhtes Herz-Risiko. Je länger die Therapie dauerte, desto größer war die Gefährdung.
- Frauen mit einer kontinuierlich aus einer Dosis Östrogen und Progesteron bestehenden Therapieform wiesen ein um 35 Prozent größeres Herz-Kreislauf-Risiko auf.
- Zyklische HRT (Östrogen und dann Östrogen und Progesteron) hatten im Vergleich zu Frauen, welche nie eine HRT einnahmen, eine geringere Gefährdung. Das galt auch für Tibolon.
- Wurde die HRT via Hautpflaster oder Vaginalgel appliziert, war das Risiko einer Herzattacke um 38 bzw. 44 Prozent reduziert.
Erstautorin Dr. Ellen Lokkegard vom Reichsspital in Kopenhagen: „Unsere Resultate sind potenziell von großer Beduetung. Sie zeigen ein geringeres Risiko für Frauen mit einer zyklischen HRT- (…) und für Frauen, die Vaginalgels verwenden.“ Sonst würde die Untersuchung aber durchaus die Ergebnisse der WHI-Studie (USA) von vor einigen Jahren reproduzieren. Sie hatte die Diskussionen ebenso ausgelöst wie die britische Million Women Study.