In einigen Staaten starten jetzt serologische Untersuchungen, um das Ausmaß der Pandemie im Jahr 2009 zu ergründen.
Die „Schweinegrippe“ war bisher zum Glück relativ harmlos. Nach den ersten Horrormeldungen aus Mexiko Ende April vergangenen Jahres stellte sich – spätestens im Sommer – heraus, dass zwar ungewöhnlich viele eher jüngere Menschen befallen wurden, die meisten Verläufe aber harmlos waren.
Doch wie groß die erste Infektionswelle war, weiß niemand. Die einzige Möglichkeit, das zu bestimmen, sind serologische Reihenuntersuchungen. Immerhin muss es ja auch viele asymptomatische oder gar nicht deutlich wahrgenommene Erkrankungen gegeben haben.
In Großbritannien ist bereits eine große Studie mit rund 10.000 Probanden angelaufen. 2.500 aus dem Bevölkerungs-Sample sollen auf A(H1N1)-Antikörper getestet werden. Damit könnte die Verbreitung in der Allgemeinbevölkerung gemessen werden.
In Frankreich werden rund 30.000 Schwangere im Rahmen von Routine-Blutuntersuchungen jetzt auch auf eine durchgemachte Schweinegrippe getestet. Laut der britischen Wissenschaftszeitschrift „Nature“ lagen die ersten Ergebnisse bei einer „Durchseuchungsrate“ von fünf Prozent, was relativ wenig ist. Eine Untersuchung mit tausenden Probanden aus Familien wurde schließlich in Vietnam gestartet. Auch dort soll in der Allgemeinbevölkerung die Verbreitung von A(H1N1) getestet werden.
Hinzu kommen im internationalen Kontext noch zusätzliche kleinere Studien von Patienten, die während der ersten Welle der Erkrankungen in Spitäler kamen. Diese Resultate wären wiederum wichtig, um für die nächste Welle in Sachen Krankenhauswesen organisatorisch besser vorbereitet sein zu können